Systemische Beratung und Therapie:
Was ist darunter zu verstehen?

Systemische Beratung und Therapie betrachtet Menschen im Beziehungsgefüge ihres Umfeldes und behandelt Probleme als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster

Systemische Beratung und Therapie sieht den Menschen im Beziehungsgefüge seines Umfeldes (Familie, Beruf, Freundschaft, Nachbarschaft, Stadtteil, Gesellschaft.....). Die sozialen Beziehungen wirken auf ihn und er beeinflusst sie. Deshalb werden auftretende Symptome nicht als Probleme eines Individuums behandelt, sondern als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster und vor allem als Lösungsversuche. Probleme werden als eine Verkettung von Umständen und nicht als Ausdruck von Dysfunktionalität eines Systems verstanden. Systemische Beratung versucht, die Muster zu erkennen, neue Handlungsräume zu eröffnen und Ressourcen zu aktivieren. Die systemische Therapie gibt es nicht. Vielmehr ist dies der Oberbegriff für eine Vielzahl von Modellen, die mit ihren Konzepten zur Bildung moderner Therapie und Beratung beigetragen haben.

So verwende ich z.B. als zentrale Methoden:

  • die Skulptur
  • die Genogrammarbeit
  • Stabilisierung der Subsysteme
  • das Reframing
  • Zirkularität
  • Metaphern und Geschichten
  • Solution Talk
  • "Wunderfrage"
  • Trancearbeit
  • Ressourcenarbeit
  • Hausaufgaben



Systhemische Therapie

Einige Fallbeispiele aus der Familien- und Erziehungsberatung:

Beispiel 1: Ein Paar, beide Ende 30, das schon seit 10 Jahren zusammenlebt und zwei gemeinsame Kinder hat, steht kurz vor der Trennung: Die Frau ist im Beruf sehr erfolgreich, der Mann hat seinen Arbeitsplatz vor einem Jahr verloren und macht eine Umschulung. Es gibt Probleme bei der Aufteilung der Hausarbeit, ein Kind zeigt Lernschwierigkeiten, das andere hat eine chronische Krankheit, die die Familie sehr beschäftigt. Es gibt unterschiedliche Erziehungsauffassungen. Geld ist "rar", da das neu erbaute Haus die Familie finanziell sehr belastet. Von den beiden Großelternpaaren ist in jeder Hinsicht so gut wie keine Entlastung zu erwarten.

Beispiel 2: Eine 14jährige Schülerin hat "Nullbock" auf Schule, schreibt schlechte Noten, hat Probleme mit ihren Lehrern und Mitschülern, überschreitet die vereinbarten abendlichen Ausgangszeiten, streitet mit Ihren Eltern und entgleist dauernd verbal, wird aggressiv, klinkt sich überhaupt aus dem Familienleben aus......

Was machen? Ist Geduld angesagt ("die Pubertät! Es geht schon vorüber!")? Schweigen ("Man kann doch nichts machen!")? Verständnis ("Sie hat eben entsprechende Freunde.." "Ihre Tante war in dem Alter auch so...!")? Appellieren an die Vernunft und Einsicht der Tochter ("Wenn du nicht lernst, bekommst du keinen guten Schulabschluß und eine vernünftige Berufsausbildung steht dann in den Sternen!" "So geht das nicht weiter! Mama ist ganz fertig. Und was denken die Nachbarn?")? Schimpfen? Oder mit "Konsequenzen" (Taschengeldkürzung u.a.) drohen?

Kommt man damit dem Problem bei? Es ist zwar jede dieser Reaktionen verständlich und macht von den Eltern aus gesehen auch Sinn. Die Jugendliche verändert ihr Verhalten aber nicht.

Was sollen die Eltern tun?

Auch das ist eine eindeutige Situation für eine Familienberatung


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